Ein Meister – und 17 mal Kampf um den Klassenerhalt

Kommentar

Die gerade erst in ihre 60. Jubiläumsspielzeit gestartete Fußball-Bundesliga hat bereits nach dem ersten Auftaktspiel für Ernüchterung gesorgt. Nicht für den FC Bayern München, der hat sein Soll bravourös erfüllt. Oder muss man inzwischen von der „Pflicht“ der Münchner sprechen? Jedenfalls kann Fußball-Deutschland davon ausgehen, dass auch in diesem Jahr der Meister FC Bayern heißt, und weitere 17 Mannschaften einfach nur um den Klassenerhalt kicken.

Dieses muntere Stelldichein auf grünem Rasen im regelmäßigen Rhythmus mag für echte Fans auch in dieser so jungen Saison das Highlight der Woche sein. Man schwenkt Fähnchen, feuert seinen Verein an, genießt eine leckere Bratwurst mit einem kühlen Bier, und hofft, dass die „eigene“ Mannschaft mit mindestens drei Punkten den Platz verlässt. Mehr wird die erste Bundesliga allerdings kaum zu bieten haben. Am Ende wird abgerechnet. Und dann werden immer mindestens drei Punkte des eigenen Teams zum Tabellenverbleib, oder zur Meisterschaft fehlen, falls das Team eben nicht FC Bayern München heißt. Mindestens.

Das mag nach Häme klingen. Ist es aber nicht. Es ist die pure Anerkennung – übrigens eines Nicht-Bayern-Fans – für grandiose Leistungen auf dem Platz, welche die Mannschaft von Trainer Nagelsmann immer wieder und immer neu umsetzt. Sie wollen einfach spielen, diese Münchner. Im Gegensatz zum Gegner: Wie immer er auch heißt, der will nicht, der muss einfach spielen. Weil schon vorher klar ist, dass er gegen den FC Bayern keine Schnitte haben wird.

Der Bundesliga-Spieltag als „Highlight der Woche“ für Fußball-Fans? Ja, kann man sagen, vorausgesetzt, man rechnet den FC Bayern nicht mit. Der wird auch in dieser Spielzeit Zeichen und Maßstäbe setzen. Ansonsten wird es eine tolle, eine faszinierende Fußball-Saison, deren erklärtes Ziel für alle Vereine lautet: Bloß nicht absteigen.

Okay, irgendwie doch langweilig.

(Bild: pixabay.com)